Es war düster. Er hatte das Gefühl als würden die Wolken auseinander brechen. Unbeschreibliche Mengen an Regen stürzten auf ihn hinab und flossen an seiner durchnässten Kleidung hinab. Der dichte Nebel schien ihn zu erdrücken und doch kämpfte er sich weiter. Immer weiter den Weg entlang über die Berge. Irgendwoher kam der immer fortlaufende Schlag einer Kirchenglocke. Dies lies die Situation noch trostloser wirken. Doch er musste weiterlaufen. Immer weiter. Durfte sich nicht unterstellen oder sich vor den Fluten in einer Höhle verkriechen.

Sonst würden sie ihn einholen. Und dann wäre alles für immer und ewig verloren. Er durfte nur nicht stehen bleiben. Sie würden ihn fangen, auf ihre schwarzen Pferde heben und verschleppen. Bestrafen. Für den Rest seines Lebens von der Gesellschaft wegsperren, wenn er Glück hatte. Doch das Glück hatte ihn schon lange verlassen.

So wanderte er weiter durch die Berge, durch die tiefen Tannenwälder, die nun gespenstisch dunkel waren und nur dann und wann drang ein silberner Strahl des Mondes hindurch. Und das andauernde Schlagen der Kirche. Dieses ihm so verhasste Geräusch. Bei jedem Schritt knackte es unter seinen Füßen. Und bei jedem Schritt kam er seinem Überleben näher. Er hatte nur noch drei Tagesmärsche vor sich, dann hatte er die kleine Festung in den tiefen der Berge erreicht. Dort war er sicher.

Sicher vor ihnen, die ihn jagten. Da er sich nicht unterdrücken lassen wollte, wie auch von diesem Nebel nicht.

So wanderte er weiter mit kleinen Pausen, bis er am dritten Tag ein Klappern hörte. Es hörte sich an wie ein Paar Pferdehufe, die den steinigen Weg hochkamen. Die rettende Festung musste doch gleich da sein. Sollte er so kurz vor dem Ziel scheitern? Nach all den Strapazen, die er auf sich genommen hatte? Nein! So fing er an zu rennen. Gleich musste das erlösende Ziel erscheinen. Und da war es. Es tauchte nach einer Kurve vor ihm auf. Doch diese Rettung war nicht mehr existent. Seine Letzte Hoffnung war zu nichte gemacht worden. Von ihnen. Den Anhängern des Königs.

Die Tore der Festung waren eingerannt worden und ein schwarzer Rauch über ihm auf. Er ging weiter und hörte fast verstummende Klagerufe von denen, die kurz vor dem Tod standen. Der Anblick ließ ihn erschaudern und von hinten kamen sie auf ihren schwarzen Pferden. Er war ihnen direkt in die Falle gelaufen.

18.12.08 16:07
 


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